Definition des Netto-Umsatzes, ein neuer Begriff in der Gewinn- und Verlustrechnung



Nach der ursprünglichen Regelung wurden in den Netto-umsatz Erträge aus dem Verkauf von Erzeugnissen, Waren, erbrachten Dienstleistungen und andere Erträge einbezogen, die mit der gängigen Tätigkeit der Bilanzeinheit nach Abzug von Ermäßigungen zusammenhingen. Der neuen Regelung zufolge, werden gemäß § 2 Abs. 15 des Gesetzes in den Netto-umsatz Erträge einbezogen, die durch den Verkauf von Erzeugnissen, Waren und erbrachten Dienstleistungen nach Abzug von Ermäßigungen erreicht wurden. In den Netto-umsatz werden auch andere Erträge nach Abzug von Ermäßigungen der ehemaligen Bilanzeinheit einbezogen, deren Geschäftsgegenstand die Erreichung von anderen Erträgen ist, als den Erträgen aus dem Verkauf von Erzeugnissen, Waren, erbrachten Dienstleistungen.

 

Kommentar zur Änderung der Netto-Umsatz-Definition

Die ursprüngliche Definition war eindeutig und leicht nachvollziehbar, denn es handelte sich dabei um Erträge aus gängiger  Tätigkeit (Betriebs- und Finanztätigkeit). Die Gesetzesnovelle nimmt Abstand von der Anbindung der Umsatzdefinition an die gängige Tätigkeit. Im Sinne des Begründungsberichtes des Finanzministeriums zur Gesetzesnovelle ist hier der reale Geschäftsgegenstand ausschlaggebend und der Netto-umsatz besteht aus Erträgen, welche die Bilanzeinheit durch Tätigkeiten erzielte, die deren Geschäftsgegenstand ausmachen. In den Netto-umsatz gehören somit keine Tätigkeiten mehr, die von der Bilanzeinheit durch den Verkauf von überschüssigen Vermögenswerten erzielte, wie auch andere, unregelmäßige Erträge aus Tätigkeiten, welche nicht zum Geschäftsgegenstand der Bilanzeinheit gehören. Es ist also wichtig, dass die Bilanzeinheiten deren Geschäftsgegenstand kontrollieren und regelmäßig aktualisieren, damit sie sämtliche sich regelmäßig wiederholende und wesentliche Erträge als Gegenstand ihrer Tätigkeit haben und dadurch das gesamte Portfolio ihrer Tätigkeiten abdecken und diese im ausgewiesenen Netto-Umsatz einbezogen haben. Es ist eine gesetzliche Pflicht eines Unternehmens nur solche Tätigkeiten auszuüben, die dessen Geschäftsgegenstand ausmachen und im Handelsregister eingetragen sind.