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22. Juni 2026
Lesezeit: 3
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Die MiCA-Verordnung und aktuelle Verpflichtungen im Jahr 2026
Das Jahr 2026 stellt einen entscheidenden Wendepunkt für den Kryptosektor dar.
MiCA (Markets in Crypto-Assets) ist keine neue oder zukünftige Regulierung mehr, sondern bereits Realität und entscheidet darüber, wer rechtmäßig auf dem Markt für Krypto-Assets tätig sein darf.
Der entscheidende Zeitpunkt tritt am 1. Juli 2026 ein,wenn die Übergangsfrist endet. Ab diesem Datum reicht für die Tätigkeit am Markt weder die bisherige Registrierung als Anbieter von Dienstleistungen für virtuelle Vermögenswerte (sogenannter VASP) noch der Status eines Lizenzantragstellers aus. Für slowakische Unternehmen wird entscheidend sein, ob ihnen tatsächlich eine Zulassung durch die Aufsichtsbehörde erteilt wurde.
Die slowakische Perspektive: Die Rolle der Nationalbank der Slowakei (NBS) und die lokale Praxis
In der Slowakei ist die Nationalbank der Slowakei (NBS) die zuständige Aufsichts- und Regulierungsbehörde. Sie ist für die Erteilung von Lizenzen an Crypto-Asset Service Provider (CASPs) verantwortlich und überwacht die Einhaltung der MiCA-Vorschriften.
Aus praktischer Sicht hat dies mehrere wesentliche Auswirkungen für Marktteilnehmer:
Die Lizenz stellt keine einfache Registrierung dar, sondern ein umfassendes regulatorisches Verfahren mit einer detaillierten Prüfung der Governance, der Cybersicherheit, des Risikomanagements und des Geschäftsmodells.
Der Umfang der erbrachten Dienstleistungen ist entscheidend, da sogenannte Custody-, Exchange-, Advisory- und Trading-Plattform-Dienstleistungen unterschiedlichen regulatorischen Anforderungen unterliegen. Custody-, Exchange-, Advisory- und Trading-Plattform-Dienstleistungen unterliegen unterschiedlichen regulatorischen Anforderungen.
Eine Lizenz der Nationalbank der Slowakei (NBS) eröffnet zugleich die Möglichkeit, Dienstleistungen grenzüberschreitend im Rahmen des sogenannten Passporting-Regimes in der gesamten EU anzubieten. Gleichzeitig führt sie jedoch zu einem höheren Maß an Aufsicht und steigenden Erwartungen seitens der Regulierungsbehörde.
Die wichtigsten Verpflichtungen im Jahr 2026
Autorisierung oder ein vorbereiteter Exit-Plan – Unternehmen ohne Lizenz müssen über einen dokumentierten Abwicklungsplan (sogenannter Wind-down Plan) verfügen, der auch die Information der Kunden sowie die Übertragung oder Rückführung von Vermögenswerten umfasst.
Kundenschutz und Transparenz – MiCA verlangt klare Informationen, eine strikte Trennung der Kundenvermögenswerte von den Vermögenswerten des Unternehmens sowie ein wirksames Management von Interessenkonflikten.
Zusammenspiel mit weiteren regulatorischen Anforderungen – MiCA muss gemeinsam mit den Vorgaben der TFR (Transfer of Funds Regulation) zur Nachverfolgbarkeit von Krypto-Asset-Transfers sowie den Anforderungen der DORA (Digital Operational Resilience Act) an IT-Sicherheit und operative Resilienz betrachtet werden.
Mitarbeiterkompetenzen als neues Compliance-Thema – Die Regulierungsbehörden achten zunehmend darauf, ob Personen mit Kundenkontakt über die erforderlichen Fachkenntnisse, Qualifikationen und praktischen Erfahrungen verfügen.
Worauf sollten sich Antragsteller vor der Erteilung einer Lizenz vorbereiten?
Vor der Erteilung einer Lizenz muss der Antragsteller nachweisen, dass er über einen klaren Geschäftsplan verfügt, sein Geschäftsmodell nachvollziehbar erläutern kann und seine Zielkunden eindeutig definiert hat. Darüber hinaus muss er über ein erfahrenes Team, eine angemessene Unternehmensführung (Governance) sowie ausreichende Kapitalressourcen zur Unterstützung seiner Geschäftstätigkeit verfügen.
Zur Vorbereitung gehören außerdem Finanzunterlagen, ein klarer Überblick über die wirtschaftliche Lage des Unternehmens sowie eine hochwertige Finanzberichterstattung. Es ist unerlässlich, wirksame AML- und KYC-Prozesse einzuführen, sichere IT-Systeme zum Schutz von Kundendaten und Vermögenswerten zu betreiben sowie ein erfolgreich abgeschlossenes Cybersicherheitsaudit nachzuweisen.
Die Regulierungsbehörde prüft zudem die Maßnahmen zum Schutz der Kunden, die internen Prozesse und Kontrollmechanismen sowie die fachliche Qualifikation und Bereitschaft der Mitarbeiter. Eine wichtige Anforderung ist zudem ein Business-Continuity-Plan, der sicherstellt, dass das Unternehmen auch im Falle von Ausfällen, Vorfällen oder anderen Krisensituationen handlungs- und betriebsfähig bleibt.
Im Jahr 2026 ist MiCA nicht mehr nur ein Diskussionsthema, sondern eine konkrete regulatorische Realität, auf die sich Unternehmen frühzeitig und systematisch vorbereiten müssen. Für Unternehmen, die langfristig und vertrauenswürdig am Markt tätig sein möchten, wird es entscheidend sein, nicht nur eine Lizenz zu erhalten, sondern auch nachzuweisen, dass sie über wirksame Governance-Strukturen, angemessene Sicherheitsmaßnahmen und einen umfassenden Kundenschutz verfügen.